Wofür wir stehen

Das Slow Wine Manifest

Ein Versprechen an den Boden, an die Menschen und an die Zeit. Sehen Sie sich unser Vorstellungsvideo an – und lesen Sie, was uns als Coalition verbindet.

Selbstverständnis

„Slow Wine Winzer sehen sich als Partner der gesamten Landwirtschaft und der Region, um gemeinsam mit der Natur ein Stück Wertschöpfung für die Zukunft ihrer Region zu sichern.“

Das Slow Food Manifest für guten, sauberen und fairen Wein legt fest, wie wir arbeiten – vom lebendigen Boden über die Handlese bis zur geduldigen Reifung. Es entstand 2023 gemeinsam mit Vertretern des Kärntner Weinbaus auf Basis der Kriterien der Slow Wine Coalition.

Das vollständige Manifest

14 Kriterien – von Boden und Weinlese bis Reifung und Übergangsregelung.

„Slow Wine“ Winzer sehen sich als Partner der gesamten Landwirtschaft und der Region, um gemeinsam mit der Natur, im Bewusstsein der Klimakrise, ein Stück Wertschöpfung für die Zukunft ihrer Region zu sichern. Das gemeinsame Bestreben, das Beste aus der Natur zu bieten, ist das Fundament. Durch eine Mitgliedschaft beim Kärntner Weinbauverband wird auch das persönliche und weinspezifische Wissen geteilt und es werden Synergien genutzt.

Um den gesamtheitlichen Ansatz von Slow Wine in der Durchführung zu gewährleisten, werden für Slow-Wine-Kärnten-Betriebe gewisse Zertifizierungen und Kontrollen vorgeschrieben. Die Basis ist eine Nachhaltigkeitszertifizierung jedes einzelnen Betriebes. Im Bereich des Weinbaus können bestehende Kontrollsysteme genutzt werden (Verpflichtungen im Rahmen der Integrierten Produktion und Bio). Gewisse Maßnahmen sind nur erlaubt im Zusammenhang mit vorherigen Analysen oder Monitorings. Im Bereich der Qualitätsfeststellung und der Reifung der Weine werden externe Kontrollstellen beauftragt.

Auf regelmäßiges Aufbrechen der Begrünung und häufiges Mulchen wird zugunsten der Artenvielfalt an blühenden Pflanzen verzichtet. Gleichzeitig werden dadurch die Erosion und der Humusabbau hintangehalten. Ein Humusaufbau soll durch die Einbringung von organischem Material und durch die Einsaat von Gründüngungspflanzen erzielt werden, deren Wurzeln beim Absterben auch in tieferen Bodenschichten in Humus verwandelt werden – ein Beitrag zur Speicherung von CO₂.

In den Weingärten wird auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet. Die Kontrolle erfolgt durch die Agrarmarkt Austria im Rahmen des Herbizidverzichts oder durch eine autorisierte Kontrollstelle im Rahmen von BIO. Anorganische Einzelnährstoffdünger dürfen nur eingesetzt werden, wenn eine entsprechende aktuelle Empfehlung von Seiten eines Boden- oder Blattlabors vorliegt.

Aufgrund des hohen Niederschlages und der regelmäßigen Taubildung sowie des starken Wachstums kann in vielen Fällen auf konventionellen Pflanzenschutz nicht verzichtet werden. Der Einsatz wird so gering wie möglich gehalten, vor allem im Bereich der Traubenfäule. Der Anbau von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI) wird empfohlen, da sie gerade im alpinen Klima eine bessere CO₂-Bilanz aufweisen, den Boden schonen und die Rebsortenvielfalt bereichern.

Die Weingärten werden nicht bewässert. Die Winzer setzen alle Maßnahmen zum Erhalt und Aufbau von Humus, der ein wichtiger Wasserspeicher ist.

Bei der Errichtung der Kellereien wird verpflichtend auf die Einhaltung der Umweltkriterien geachtet. Weitere Ausbauten oder Restaurierungen von bestehenden Gebäuden werden unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit durchgeführt. Die Umwelt steht in der Mitte der Planung, Adaption und Umsetzung eines Bauvorhabens.

Die Winzerinnen und Winzer garantieren einen Mindestanteil von 70 % der Trauben aus Eigenanbau für die Herstellung ihrer Weine.

Es dürfen nur Trauben von Kärntner Betrieben, die auf den Einsatz von Herbiziden verzichten, zugekauft und weiterverarbeitet werden.

werden.

Jede Traube wird handgelesen und damit schon im Weingarten selektioniert.

Der Grundsatz, im Slow Wine das Jahr und die Herkunft am Gaumen zu spüren, ist die Basis. Spontangärung bildet einen weiteren Schritt zur Individualität.

Ein bewusster und nachhaltiger Umgang mit den Umweltressourcen wird bei der Weinherstellung eingehalten. Prinzipiell sind alle technisch-chemischen Hilfen für die industrielle Weinbauproduktion ausgeschlossen, beispielsweise Mostkonzentration, Maischeerhitzung, „oak chips“ oder „innerstaves“. Die Faktoren Zeit und Achtsamkeit bilden die Grundlage der großen Weine der Welt und von Slow Wine.

Die von der Europäischen Union verordneten Grenzwerte von Sulfiten für einen ökologischen Wein werden eingehalten.

Die Weine sind frei von jeglichen Fehlern. Das garantiert eine kommissionelle sensorische Überprüfung jedes Weines.

Slow Wine heißt, dem Wein Zeit zur Reifung zu geben, bis er verkauft wird. Die Einreichung bei den klassischen Qualitätsweinen entspricht jener der Kategorie Reserve. Weißwein darf also nicht vor dem 15. März und Rotwein nicht vor dem 1. November für die Staatliche Prüfnummer eingereicht werden. Damit soll eine längere Lagerung auf der Feinhefe gewährleistet werden. Um eine gewisse Flaschenreifung zu garantieren, darf der Verkaufsstart bei Weißweinen nicht vor dem 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres und beim Rotwein nicht vor dem 1. März des auf die Ernte folgenden übernächsten Jahres erfolgen. Der Verkaufsstart wird von einer externen Kontrollstelle überprüft.

Betriebe, die bereits nachhaltigkeitszertifiziert sind und über Weine mit entsprechender Reifezeit verfügen, können bereits ab Herbst 2024 ihre Weine unter der Marke „Slow Wine“ verkaufen. Bis Ende 2026 sollen Slow-Wine-Kärnten-Betriebe 60 % ihres Sortiments nach den Kriterien für die Vinifikation herstellen, bis Ende 2028 dann 75 %. Danach sollte jeder Betrieb nur mehr einen Wein im Sortiment haben, der jung gefüllt und verkauft wird.

Vorlage für eine Beteiligung von Weinbauern aus Kärnten · Stand 29. November 2023